Mit dem Camper von Kroatien nach Montenegro (Bijela, Kotor-Bucht, Budva und Miami Beach)

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Nach unserer Reise durch Kroatien (zum Blogbeitrag) ging es auch schon direkt von dem Geheimtipp „Pasjaca Beach“ in Kroatien über die Grenze nach Montenegro.

Von dem Pasjaca Beach in Kroatien sind es nur ungefähr 20 km, bis zur Grenze in Pločice um von dort nach Montenegro zu gelangen. Die Wartezeit war absolut entspannt. Nach 15 Minuten und einem kurzen Wink mit der Hand auf beiden Seiten konnten wir quasi direkt über die Grenze fahren und waren somit in Montenegro. Aber spulen wir mal ein paar km zurück an diesem herrlich sonnigen Tag.

Auf dem Weg zur Grenze roch es plötzlich ordentlich verbrannt. Gott sei Dank konnten wir sofort rechts ran fahren, um nachzusehen, was los war. Meine komplette Batterieinstallation befindet sich in einem Seitenkasten direkt unter dem Bett und genau von dort kam ein ordentlicher Gestank heraus. Das hat uns gerade noch gefehlt. Die komplette Stromversorgung ist doch erst vier Monate alt :(. Da aber mein Regalsystem über diesen Staukasten führt, musste ich zwangsweise (und das nur ca. 500 Meter vor der Grenze) den ganzen Spaß ausbauen, um genauer nachsehen zu können.

Aber hey, auch das gehört zum Leben in einem Van dazu. In der Wohnung fällt schließlich auch mal eine Glühbirne aus. Kathrin hat den Motor gestartet und ich konnte sofort „riechen“ woran es lag. Es war der Anschluss von dem Victron BMV an dem der Votronik Ladebooster und der MPPT Solarregler auflagen. Es qualmte ordentlich und es lief auch eine braune Flüssigkeit aus. Scheiße! Was mache ich jetzt?

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Ich hatte nicht viele Ideen, also quasi nur die, Vasco zu kontaktieren. Vasco war der Mann fürs Fach und derjenige, der mir dieses System verbaut hatte. Ihm vertraue ich meinen Campervan gerne an. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass auch er nichts dafür kann, dass ein Bauteil mal den Geist aufgibt. So wie ich Vasco kannte, hat er auch sofort geantwortet und das, obwohl er selbst im Urlaub war. Nach einigen Nachrichten erfolgte ein Telefonat. Er war selbst etwas ratlos! Aber wir krempelten die Ärmel hoch und er leitete mich dann auch an was ich nun erst einmal tun konnte, um weiterzufahren. Schon seit unserem ersten Werkstatttermin hat mir Vasco geraten einen Multimeter mit an Board zu führen (was ich leider bis dato nicht getan habe). Wenn ich in Montenegro nun einen besorgen würde, dann könne er mit mir per Fernanweisung eine Ursache herausfinden und mir ggf. die defekten Teile per Express nach Montenegro senden.

Okay, so weit, so gut und weiter ging es.

Es hat sich rein an der Landschaft im Vergleich zu Kroatien nicht viel verändert. Eigentlich nichts :). Es reihen sich Berg an Berg und Olivenbäume an Olivenbäume. Lediglich die Oleander-Sträucher werden weniger.

Für Montenegro selbst hatten wir tatsächlich keine großen Pläne. Es war uns wichtig noch einen Tag an einem kleinen Strand zu verbringen, die Stadt Kotor in der Bucht von Kotor und Budva zu besichtigen.

Zwischenstopp in Bijela

Der erste Stopp war also der Campingplatz auf der gegenüberliegenden Buchtseite zu Kotor. Wir haben uns hier für den Campingplatz

Campingplatz Zlokovic,
http://www.campingzlokovic.com

entschieden. Diesen haben wir in der App „Campercontact“ entdeckt und waren von den wenigen Bildern dort sehr angetan. Der Platz selbst liegt in Josice in der Nähe von Bijela.
Der Platz bietet Stellplätze für ca. 15 Fahrzeuge. Die Parzellen sind jedoch nicht die größten und eine Trennung durch Sträucher oder Bäume gibt es keine. Dadurch das der enge Weg, der zu den Parzellen führt, umgeben von Olivenbäumen ist, darf der Camper nicht unbedingt sehr breit sein und auch mit der Länge von dem Camper ist man eingeschränkt.

In Richtung Meer war noch ein Stellplatz frei und dort wollten wir uns nicht unbedingt „hinquetschen“. Also blieben wir oben bei der Einfahrt auf einer geraden Fläche, die auch über Strom- und Wasseranschlüsse verfügt stehen. Der Stellplatz sollte ohnehin nur für eine Nacht dienen. Gekostet hat uns diese eine Nacht ca. 30 Euro.

Der Inhaber von dem Campingplatz begrüßt einen sofort mit einem Handschlag und gibt eine kurze Einweisung. Die Sanitäranlagen und der Platz waren wirklich sauber und nicht wirklich alt.

Ich hatte hier noch etwas im Hinterkopf. Strom!? Stimmt, ich bin nochmals in unser mobiles Heim und habe mich nochmals in Ruhe umgesehen. Nicht nur, dass wohl der BMV hinüber war, mir ist aufgefallen, dass der Votronik Ladebooster nicht mehr lädt und einiges ausgefallen ist und somit keiner der zwei Fernseher, die Kompressor Kühlbox auf 12v und einige Kleinigkeiten nicht mehr funktionsfähig waren. Jetzt stand ich vor der Aufgabe einen Multimeter zu organisieren. Wir stehen in Montenegro in einem kleinen Städtchen und es ist Sonntag! Na super, dachte ich mir. Auf dem Campingplatz habe ich mal eben herumgefragt, aber hier hat auch keiner einen Multimeter dabei. Von dem Inhaber bekam ich den Tipp, dass in 500 Meter Entfernung ein kleiner Laden sein soll, der alles Mögliche anbietet. Kathrin und ich haben uns bei 32 Grad also auf den Weg gemacht und tatsächlich gab es dort so etwas Ähnliches wie ein kleiner Baumarkt, der auf den ersten Blick etwas Farbe, Silikon und Putz für die Wand hatte. Ich zeigte der Dame ein Bild von einem Multimeter und schon verschwand sie über eine Leiter in einem der Regale, die in dem Haus angebracht waren.

Sie kam dann auch mit einem Multimeter, sogar von einem deutschen Hersteller wieder zu uns runter. Jetzt noch schnell 200 Meter zum nächsten ATM (Akzeptiert nur Bargeld) und das Teil war meins :). Auf dem Weg zurück zum Campingplatz habe ich mir das alles einmal durch den Kopf gehen lassen. Auf der einen Seite lässt mich der Defekt im Stromkreislauf nicht mehr los und auf der anderen Seite, kann ich ohne Vasco und Ersatzteile auch selbst nicht viel tun. Ich glaube kaum, dass die Dame im Baumarkt zufällig einen Victron BMV im Lager hatte und wohin Vasco mir einen senden könnte, wusste ich auch nicht unbedingt.

Kathrin und ich beschlossen also, dass wir ohne Fernseher leben können. Die Kühlbox lief über den Wechselrichter auf 230v und auf die zwei Leselampen konnten wir auch verzichten. Ich teilte Vasco also mit, dass wir das nun abblasen und ich nach unserem Urlaub bei Ihm vorbeifahre. Immerhin habe ich jetzt einen Multimeter :). Mit der Lösung konnten am Ende auch alle leben, wobei sich Vasco schon ein wenig Sorgen machte, ob das Bier auch wirklich gekühlt werden kann.

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Der Strand ist lediglich 150 Meter von dem Campingplatz entfernt und auch direkt von diesem über einen kleinen Weg erreichbar. Es gibt hier kein Sandstrand, sondern lediglich einen kleinen Steinstrand und einen Betonsockel. Dort sind auch einige Einheimische anzutreffen und entsprechend ist es dort teilweise schon sehr voll. Kathrin und ich sind in die Badeschuhe geschlüpft, haben das Handtuch dort platziert und direkt ins Wasser gesprungen.

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Am Abend waren wir in dem Restaurant „Bura Restaurant and Chill“, das direkt in der kleinen Straße zwischen Campingplatz und Meer liegt. Dort herrscht ein gemütliches und durchdachtes Ambiente und du findest garantiert leckere Speisen und Getränke, die deinem Geschmack entsprechen.

Kotor

Von Bijela bzw. sind es entlang der Bucht von Kotor bis in die Stadt Kotor lediglich 40 Minuten Fahrtzeit. An den zahlreichen Hotels und Reisebussen merkt man schnell, das der Tourismus in Kotor schon angekommen ist und entsprechend schwer war es einen Parkplatz für ein Wohnmobil in der Nähe des Stadtzentrums Kotors zu bekommen.

Nach etwas Zeit haben wir einen Platz gefunden, auf dem nur Einheimische parken und noch genügend Platz für unseren Van war. Der Parkplatz in Kotor, der auch vollkommen kostenfrei ist, befindet sich in der

209 Njegoševa, Kotor 85330, Montenegro

und liegt nur 5 Gehminuten vom Zentrum entfernt. Die Einfahrt befindet sich neben einem gelben Haus und ganz hinten, wo sich früher wohl mal Gruben für die Autoreparatur befanden, war noch genügend Platz.

Auf diesem Parkplatz kamen auch zum ersten Mal und das auch nur für unser eigenes gutes Gewissen die zusätzlichen Thule Türschlösser, die ich in dem Blogbeitrag „Thule Cab Lock x2 und Thule Van Lock x2 für mehr Sicherheit im Wohnmobil“ beschreibe zum Einsatz.

Von hier aus ging es dann zu Fuß in die Stadt. Schon auf diesem kurzen Weg dorthin spürt man, dass die Stadt Kotor im Tourismus erstickt und regelrecht von einer Blechlawine überrollt wird.

Der englische Dichter Lord Byron schrieb einst: „Als unser Planet entstand, muss sich die schönste Begegnung zwischen Meer und Land an der montenegrinischen Küste zugetragen haben.“.

Die 2000 Jahre alte Hafenstadt Kotor liegt am hintersten Ende einer spektakulären Bucht an der Mittelmeerküste in Montenegro und zählt heute zum UNESCO Weltkulturerbe.
Nicht nur die Stadt Kotor selbst, sondern auch das Bild der Landschaft und der Bucht ist ein Erlebnis, denn kaum ein Gewässer ist derart so verwinkelt und liegt noch dazu inmitten einer 2000 m hohen Gebirgswelt. Das Ganze gleicht einem Gewässer-Labyrinth und dabei sind die Felswände sehr steil und geben der gesamten Bucht einen ganz eigenen Charakter.

Schnell sind wir in einer der kleinen maximal zwei Meter breiten und namenlosen Gassen verschwunden. Von diesen aus gelangt man zu einer der zahlreichen Plätze, die jeweils nach Geschäften, die dort früher einmal waren, benannt sind und so gibt es dort den Salzplatz, Holzplatz, Mehlplatz, Waffenplatz und eben viele andere.

Neben den vielen Souvenir- und Kleidergeschäften gibt es ebenso viele Bars und Restaurant, die schon zur Mittagszeit sehr gut besucht waren. Bevor wir es uns aber bei einem Kaffee gemütlich machen, wollten wir die schöne Stadt besichtigen.

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Schnell fallen uns die zahlreichen Katzen innerhalb der vielen Gassen auf. Anders als in anderen Städten, werden die Straßenkatzen hier gefüttert und diese werden wohl auch irgendwann die Herrschaft übernehmen :). Bis dahin, bleiben sie einfach ein beliebtes Objekt für ein Foto von den zahlreichen Touristen, wegen denen man dort auch nur relativ langsam vorankommt.

Die Burgruine San Giovanni haben wir an diesem Tag nicht besucht, da wir zeitlich doch etwas eingespannt waren, da wir noch nach Budva und am Abend dann auch schon auf dem letzten Campingplatz im Süden von Montenegro ankommen wollten. Der Ausblick von der Burgruine soll fantastisch sein! Wenn es die Zeit und der Wille zulässt, werden wir diesen Ausblick sicherlich nachholen, geben uns aber bis dahin mit den vielen alten Kirchen innerhalb der Stadtmauern zufrieden und gönnen uns hier noch einen Eiskaffee bevor wir dann in Richtung Budva weiterfahren.

Es bleibt zum Abschluss zu erwähnen, dass sich Kotor für einen Tagesausflug definitiv eignet. Innerhalb von maximal 2 Stunden kann man sich in Ruhe die komplette Altstadt ansehen und ggf. auf dem Rückweg zum Auto an dem kleinen Hafen entlang schlendern. Uns hat es sehr gefallen.

Budva

Von Kotor nach Budva sind es weitere 40 Minuten Fahrtzeit. Schon kurz vor dem Erreichen von Budva, haben wir uns entschieden, dort nicht zu halten und Budva ggf. auf dem Rückweg mitzunehmen. Es war einfach brutal! Wir standen schon 10 km vor Budva in einem Stau voller Reisebusse und als wir dann tatsächlich direkt in Budva wahren hat uns die Masse an Menschen schlicht erschlagen.

Das Wohnmobil haben wir dann rechts geparkt und haben uns in der App Campercontact nach einem Campingplatz im Süden umgesehen.

Miami Beach

Wir haben uns für den Campingplatz

Miami Autocamp, 41.90826, 19.25046, Montenegro
http://miami-ulcinj.me/

in Ulcinje entschieden. Dort war wirklich nicht viel los. Gefühlt passen dort um die 50 bis 60 Wohnmobile hin, es waren aber nur ca. 15 dort. Wir hatten also eine sehr gute Wahl zwischen den verschiedensten Plätzen. Anders als auf den bisherigen Campingplätzen gibt es hier keine einzelnen Parzellen. Hier stellt man sich einfach irgendwo auf das große Gelände hin.

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Kathrin wollte Mehrblick haben! Als zuverlässiger Fahrer wollte ich das natürlich ermöglichen und bin direkt oben an den Streifen zum Meer gefahren, wo uns eigentlich ein sehr schöner Stellplatz erwartet hätte. Eigentlich! Der Platz ist bepflanzt mit vielen Bäumen und der Boden besteht aus einem festen Untergrund und Gras. Ja okay, das mit dem festen Untergrund war zumindest an dem Stellplatz, den wir wollten nicht so. Dort lag etwas Sand und Kathrin meinte, dass wir da nicht stehen könnten. Aber hey, natürlich kann ich dort stehen, was soll denn dieser blöde Hinweis?

Ich fasse nochmals zusammen: Motorkontrollleuchte, Öldruck zu niedrig und der BMV inkl. sämtlicher elektrischen 12v Geräte defekt.

Einmal wenden und schon stand ich halbwegs auf dem Platz mit dem gewünschten Meerblick. Das war aber noch nicht so perfekt, also noch mal kurz aufs Gas drücken, aber der Kastenwagen bewegt sich lediglich in Richtung nach unten und nicht nach vorne. Scheiße! Wir sind ausgestiegen und Kathrin hatte „Mal“ wieder recht. Wir standen auf einer Sandbank und haben uns festgefahren.

Ich konnte mein Glück kaum fassen, sah aber in Kathrins Gesicht schon die Panik. Durch unzählige YouTube Videos wusste ich, dass so etwas passieren kann und was zu tun ist. Für Kathrin war das aber alles neu und gefühlt war Sie der Meinung, dass das Fahrzeug nun dort für immer stehen bleiben muss, später als Tourismusmagnet dient und wir mit unserem Hab und Gut mit dem Flugzeug zurückmüssen :).

Etwas weiter links von uns lagen noch einige alte Holzbretter von dem erneuerten Zaun, der dort gebaut wurde. Davon habe ich mir einige geschnappt und fing mit meinen Händen an zu graben. Mittlerweile hatte ich schon Blasen an den Händen und habe die Bretter unter die Räder geschoben. Im Anschluss noch 3x mit dem Fuß gegen jedes Holzbrett getreten und ich konnte das Fahrzeug heldenhaft aus seiner Lage befreien. Wrum Wrum! Die Fahrt ging nach unten aber nicht nach vorne. Ich musste wieder raus und das Fahrzeug lag schon fast mit dem kompletten Boden auf dem Sand auf. Ich buddelte mit meinen Händen schon um das Überleben unseres Vans, damit es nicht zum Schaubild bescheuerter Leute werden würde. Die Löcher wurden tiefer und die Bretter und den Reifen mehr.

Gott sei Dank, waren die restlichen Besucher nicht am Platz und konnten sich diesen buddelten Vollidioten ersparen :). Es kam nun aber ein älterer Mann aus Karlsruhe dazu, der versucht hat uns zu helfen. Er erzählte mir, dass ich innerhalb der letzten fünf Tage nun schon der Dritte bin, der in diesem Sandloch festhängt. Die Campingplatzbetreiber sperren diesen Platz aber auch nicht ab und werfen immer wieder das lose Gras darauf, sodass das dort zu eine böse Falle wird.

Mit Hilfe von dem Camperkollegen ging es also nochmals ans Steuer und wrum wrum. Fertig! Nun lag das Wohnmobil komplett auf. Es war einfach nicht möglich rein mit dem Frontantrieb da wieder raus zu kommen. Kathrin ist derweil an die Rezeption gelaufen und hat nach Hilfe gefragt. Kurze Zeit später kamen dann zwei Männer mit einem Allrad wagen und einem Abschleppseil. Dem Blick zufolge habe ich den ersten Platz der Dummheit gewonnen :).

Ich habe die Abschleppöse angebracht und mit dem zweiten Versuch standen wir endlich außerhalb von dem Sandloch. Nachdem ich mich mit einem kleinen Trinkgeld bedankt habe, wollte ich auf zum nächsten Stellplatz auf dem Gelände. Nun wurden wir aber auf das nächste Sandloch gezogen. Also haben der Karlsruher und die zwei Helfer hinten noch mal gedrückt und endlich waren wir auf festem Untergrund.

Das Ganze hat sich fast 3 stunden hingezogen. Ich hätte echt selbst ko**en können und werde vielleicht, aber auch nur vielleicht das nächste mal auf Kathrin hören.

Ein Bild wie ich mit vollem Körpereinsatz versucht habe das Fahrzeug zu bergen, gibt es leider nicht, denn daran hatte in dieser Situation leider niemand gedacht.

Da standen wir also, zwischen vier Bäumen und haben erst einmal alles aufgebaut. Im Anschluss gab es erst einmal einen kühlen Gin-Tonic.

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Der Platz selbst ist nicht der gepflegteste. Er besteht quasi aus der reinen Natur und hat zwei Sanitärräume auf dem Gelände, die von der Sauberkeit her lediglich OK waren. Dafür gab es quer verteilt über den Platz Strom Anschlüsse. Insgesamt haben wir für drei Tage gebucht und dafür inkl. Strom 30 Euro bezahlt.

Nach all der Aufregung haben wir unsere Badesachen geschnappt und sind die 200 Meter direkt zum Strand gelaufen. Rechts und Links neben dem Miami Camp sind noch weitere Plätze wie z.B. das Europa und das Paradise Camp. Zu jedem Campingplatz gehört ein Strand mit kleinem Restaurant und Liegestühle und Schirmen die man mieten kann.

Kathrin und ich haben uns einen Liegeplatz auf einer der großen Flächen, die frei waren gesucht, den Schirm aufgespannt und sind mal wieder überglücklich in das Wasser gesprungen. Zum ersten Mal gab es hier auch größere Wellen, auf die wir beide wirklich abfahren. Es war zwar ein reges Treiben an dem sehr langen Strand, aber aufgrund der Größe, hatte man immer die Möglichkeit sich einen Platz zu suchen ohne bei dem Nachbarn auf dem Handtuch liegen zu müssen.

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An dem zweiten Tag wollten wir dann an der Rezeption bezahlen. In Montenegro gilt zwar der Euro als Währungsmittel, aber die letzten Tage hatten wir diese schon alle ausgegeben. Im Miami Camp akzeptiert man auch nur Bargeld und so mussten wir bei 37 Grad über eine Stunde „einfach“, bis in die Stadt zum nächsten Bankautomat (ATM) laufen. Das war wirklich kein Spaß, da es auf dem ganzen Weg keinen einzigen Schattenplatz gab.

Als wir zurück waren, haben wir uns noch etwas Leckeres gekocht und dann war es eigentlich auch schon Zeit um ins Bett zu gehen.

Auch den dritten Tag haben wir nur am Strand und gemütlich am Wohnmobil verbracht und gingen dann gegen 21 Uhr ins Bett, um an nächsten Morgen direkt nach Albanien aufbrechen zu können. Nur 30 Minuten später kam plötzlich ein Gewitter auf worüber wir uns zuerst keinen Kopf zerbrochen haben. Doch dann fing es auch an zu regnen und wir schlossen die Dachluken. Plötzlich war der Himmel schon für über 10 Minuten nur noch hell erleuchtet vor lauter Donner und Blitze bis das Fahrzeug auch noch anfing ordentlich zu wackeln. Es gab draußen einen Schlag und ich sprang sofort auf, um raus zu gehen und nachzusehen.

Normalerweise befestige ich die Markise immer mit den Multiankern am Fahrzeug und stecke auch die Spannstange unter die Markise, damit diese bei einem Wind nicht nach oben wegfliegen kann. Das habe ich aber wohl aufgrund der vorhergehenden Sandbuttelei nicht gemacht.

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Dabei schwöre ich ja immer wieder auf die Multianker :). Es ist, wie es ist, in strömendem Regen und bei einem Sturm, bei dem man denkt, man wird gleich mitgerissen, habe ich die Markise eingefahren und noch schnell unser Hab und Gut eingesammelt und gesichert. Die anderen Camper waren auch schon am rennen und allgemein herrschte zu diesem Zeitpunkt ein absoluter Ausnahmezustand.

Uns beiden taten die Familien mit Kindern in den Zelten echt leid.
Am nächsten Morgen konnte ich das ganze Ausmaß dann genauer sehen. Auf dem ganzen Platz sind Bäume entwurzelt und lagen teilweise auf anderen Fahrzeugen, Zäune lagen einige Meter weiter und auch sonst, war einfach nichts mehr normal. Wir zwei hatten Glück, dass wir von einem Schaden verschont geblieben sind.
Laut den Mitarbeitern des Campingplatzes hatte man so ein Unwetter selbst noch nicht erlebt.

Wir haben das Auto beladen und sind in Richtung der Grenze nach Albanien gefahren. Auf dem Weg dorthin, sah man wie das ganze Unheil von dem Unwetter die Einwohner von Montonegro noch eine weile beschäftigen würde. Die Schäden waren einfach enorm und im Radio konnten wir erfahren, dass es in Griechenland über 10 Tote gegeben hat. Das Unwetter ist die komplette Küste entlang gezogen.

Unser Fazit für Montenegro ist trotz den Zwischenfällen sehr positiv. Es gibt viele nette und hilfsbereite Leute in einem wirklich fantastischen Land, das mit seiner Natur und den kleinen Städten bewundert werden sollte. Im Süden, bei dem Miami Beach gibt es, außer ein paar Strandtagen unserer Meinung nach nichts zu erleben. Die Stadt, in der wir den Bankautomaten gefunden hatten, war eine normale Stadt in der die Montenegroaner leben. Dort gibt es einfach nichts, was man besichtigen konnte. Die Stadt Kotor war spitze und am Miami Beach konnten wir einfach mal die Füße hochlegen.

Der nächste Beitrag über Albanien, was auch unser eigentliches Ziel in unserem Urlaub war, wird demnächst kommen.

GSM Remote Steuerung für den Victron BMS 12/200

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Nun bin ich ja seit kurzer Zeit stolzer Besitzer von Lithium Batterien und bin somit auch im Besitz eines BMS (Batteriemanagement System), genauer einem Victron BMS 12/200.
Das BMS ist zwischen den Batterien und den Verbrauchen geschaltet und bietet mir neben dem herkömmlichen Abschalten über das vom Hersteller verbaute Bedienpanel in der Front meines Ducatos auch das schließen des Relais direkt am Victron BMS 12/200.

Schließe ich den 12v Kreis am Bedienpanel, geht wie gewollt kein Licht, kein TV, keine Wasserpumpe, keine SAT-Antenne, quasi nichts.
Diese Verbraucher inkl. der Truma Combi4 Heizung/Wasserboiler hängen nach dem BMS an dem Schaudt EBL, der im Fahrzeug verblieben ist. Lediglich mein Truma CP Plus Bedienmonitor und die Truma Inet Box hängen außerhalb von dem EBL am Dauerplus, da dort auch der Timer und die Uhrzeit eingestellt ist. Ich möchte es mir ersparen immer wieder alles einstellen zu müssen :).

Die Problematik

Sobald ich nun aber das Relais von dem Victron BMS per App oder über den BMS Monitor geschlossen habe ist das Fahrzeug quasi Stromtod.
Dann schaltet selbst die Inet Box und das CP Plus ab. Nun komme ich aber in Situationen, wo es sich einfach lohnt, das Relais zu schließen, um eventuell die Batterie zu schonen, wenn das Fahrzeug einmal länger steht oder was auch immer für Gründe gegeben sind. Alleine die zwei Truma Geräte, die am Dauerplus hängen ziehen dauerhaft 0,6Ah.

Damit kommen die LifePo4 gut zurecht aber sicher ist sicher! Immerhin stimmen die Herstellerangaben von Truma genau mit dem Verbrauch, den mein Monitor anzeigt, überein :).

Nun habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich denn das BMS aus der Ferne wieder aktivieren kann. Denn grundsätzlich habe ich zwei Möglichkeiten.

a.) Ich verbinde mich per Bluetooth über die App und lege den Schieber um
oder
b.) Ich gehe an das Fahrzeug und bediene den Monitor.

Beides hat aber wirklich nichts mit „aus der Ferne“ zu tun. Die Reichweite für Bluetooth ist doch schon relativ beschränkt und bricht nach nur wenigen Meter Entfernung ab. Die letzte Wahl wäre wohl das komplette Victron Paket zu verbauen. Dann bleibt aber das Wohnmobil stehen, weil ich mir den Diesel nicht mehr leisten kann :). Das würde mich nämlich sicherlich nochmals über 1300 Euro kosten.

Die Idee zur „Fern“bedienung

Da hatte ich aber noch eine Idee! Aus einem früheren Projekt kam mir dann der „GSM Remote Controller“ in den Sinn. Dieser ist preislich mit 29,99 Euro schon ein Schnäppchen. Ruckzuck auf Amazon bestellt und 2 Tage später lag er schon vor der Haustür. Ich glaube, so ein Controller ist grundsätzlich z.B. zum Öffnen von Garagentoren gedacht, kann aber auch wie hier einfach zweckentfremdet werden.

Das BMS hat einen Remoteport, mit den Anschlüsse NO (Normally Open) und Com, die generell auf das Display aufgelegt werden. An dieser Stelle habe ich den GSM Controller einfach dazwischen gesetzt. Das wird grundsätzlich mit allen Batteriemanagement Systemen funktionieren, die über einen solchen Remoteport verfügen.

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Der GSM Controller RTU5024 bietet die Möglichkeit, eine Simkarte einzulegen und dann per SMS oder Anruf das Relais zu öffnen oder zu schließen. Die Ports sind hier identisch. Einmal 12v, die natürlich direkt auf die Batterie müssen und dann NO (Normally Open), NC (Normally Close) und Com.

Das Remote Kabel vom Victron BMS habe ich einmal abgezweigt und bin dann zusätzlich auf den NO- und Com Port von dem GSM Controller, wie auf dem Bild zu sehen ist, damit ich auch die Option behalte, das Relais auch weiterhin über den Monitor zu schließen. Wer das nicht benötigt, der kann die Kabel aus dem Monitor ziehen und direkt auf den GSM Controller klemmen.

Eingesetzt habe ich eine Pepaid Simkarte von Congstar, da ich hier im D1-Netz einfach den besten Empfang habe. Das Schöne daran ist, dass mich das „Fernsteuern“ eigentl. keinen Cent kostet. Fernsteuern kann ich nämlich per SMS oder Anruf. Klar, die SMS kostet mich wenige Cent, der Anruf zum GSM Remote Controller jedoch wird nicht angenommen. Der Controller legt nämlich direkt auf und dadurch entstehen keine Kosten. Unter diesen Umständen reicht eine normale Prepais Simkarte.

Platziert habe ich den Controller mit der Antenne (die kann übrigens getauscht werden) unter meinem Monitor hinter der Hecktür, wo er mich nicht stört und ich dennoch guten Empfang habe.

Die Konfiguration ist einfach

Um den GSM Controller RTU5024 zu konfigurieren, benötigt man lediglich die App „GSM Gate Opener RTU5024„. Viele Einstellungen gibt es tatsächlich nicht, jedoch muss ich hier erwähnen, dass es leider keine Bluetooth-Schnittstelle gibt und die App nur SMS generiert, über die der Controller dann konfiguriert wird.

Ich behaupte nun einfach mal, dass jeder Laie mit Englisch Kenntnissen diese App verstehen wird und bedienen kann. Eine deutsche Version gibt es nämlich nicht.

Zur Sicherheit komme ich dann gleich. Es gibt grundsätzlich gar nicht viele Einstellungen, die ich für die reine Funktionalität vornehmen kann. Lediglich einen Timer, dem ich sagen kann, wie lange das Relais offen oder geschlossen bleiben soll oder ich lasse diese Konfiguration einfach unberührt und schließe/öffne per Anruf oder SMS manuell. Dadurch, dass die Konfiguration aber wie erwähnt per SMS stattfindet, kann ich den Controller auch von jedem Ort der Welt umkonfigurieren.

Kann mir dann jeder den Strom abdrehen?

Nein, so ist das nicht. Man hat natürlich verschiedene Sicherheitsvorkehrungen.

Über die App können bis zu 99 Rufnummern hinterlegt werden, die zur Bedienung per SMS oder Anruf berechtigt sind. Jemand dessen Rufnummer nicht hinterlegt ist, kann somit auch das Relais nicht öffnen oder schließen. Nicht dass zufällig Mal der Congstar-Support anruft und nach dem Wohlbefinden fragen will und plötzlich alles dunkel ist :).

Zur Bedienung per SMS Kommandos wird auch immer ein Passwort benötigt. Dieses ist nach der Lieferung „1234“, kann aber ebenfalls geändert werden.

Selbstverständlich kann auch eingestellt werden, das pauschal jeder berechtigt ist, was aber nicht zu empfehlen ist. Wer überlässt anderen schon gerne die Kontroller über seinen Strom.

Ich denke diese Einstellungen reichen dafür aus um andere davon abhalten zu können, hier Unfug zu treiben.

Zum Abschluss

Jetzt gibt es noch ein kleines Video über die simple Funktionalität. Und wer sich jetzt noch fragt, wieso ich das so gemacht habe, dem kann ich gar keine richtige Antwort geben. Mir kam durchaus einmal in den Sinn, das mein Wohnmobil mal irgendwo steht, wo ich eben nicht bin und ich den Strom komplett deaktivieren oder ggf. aktivieren möchte.

Das ist vielleicht dann für mich interessant, wenn das Wohnmobil bei meinen Kunden stehen bleibt und ich längere Zeit nach Hause fahre. Dann kann ich das Relais vor Ort noch schließen und wenn die Temperaturen mal wieder im Keller sind, schon vor der Rückfahrt zum Wohnmobil aus der Ferne den Strom wieder aktivieren, wodurch auch das CP Plus von Truma ebenfalls wieder mit Strom versorgt wird und ich die Heizung schon einmal starten kann. Also ich finde das Klasse :).

Ansonsten kann man durchaus jegliche Geräte mit etwas Bastelei an den Controller hängen, um irgendetwas aus der Ferne zu steuern. In diesem Fall war es eben einfach, da der BMS schon über einen Remoteport verfügt.

Hier nochmals das benötigte Meterial

Der Umbau von einer AGM Batterie auf viel Lithium LifePo4

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Bisher stand ich so autark wie möglich mit meiner 150Ah AGM Batterie. Das hat gerade im Winter nicht immer sehr gut funktioniert, da ich die Truma Combi 4 quasi 24 Stunden am Tag laufen habe und zusätzlich noch meine Geräte wie Notebook und Handy lade + natürl. die normalen Verbraucher wie Licht und Wasserpumpe etwas Strom benötigen.

Da war ich dann nach 3 bis 4 Tagen schon am Ende mit meiner Stromkapazität. Im Sommer hätte das sicherlich gut geklappt, da die Solaranlage für den Stromnachschub sorgt. Aber über die Stromausbeute am Jahresende, selbst über einen MPPT Regler, muss ich keinem etwas erzählen. Es reicht einfach nicht aus! In nächster Zeit werden es auch eher mehr als weniger Verbraucher und so kommen auf Freizeittouren sicherlich noch Verbraucher wie z.B. der eBike-Akku, der aufgeladen werden will hinzu.

Also ging es an die Überlegung die AGM Batterie gegen zwei „Lithium (LifePo4) Batterien“ zu tauschen, bei der ich finanziell beide Augen zugedrückt habe.

Kleine Batteriekunde zu Beginn

Kurze Information Vorweg: Nassbatterien, Gelbatterien und AGM Batterien unterscheiden sich hauptsächlich in der Lagerung des „Elektrolyt“.

1. Nassbatterie (Blei-Säure) behandle ich hier etwa wie ein rohes Ei, denn diese sind nie so zyklenfest wie Gel- oder AGM-Batterien und außerdem nicht wirklich wartungsfrei. Auf jeden Fall sollten Nassbatterien fest verschlossen sein, da sonst eine Abluft-Leitung nach außen verlegt werden müsste. Sie sind anfälliger dafür, an Kapazität zu verlieren – gerade wenn man sie nicht hegt und pflegt. Dafür jedoch sind es die günstigsten Wohnmobilbatterien, die wir auf dem Markt finden können. Sollte das Batteriefach nicht fest verschlossen sein, ist eine ABluft zwingend ratsam, da unser Wohnmobil durch das Elektrolyt, das in der Batterie herum schwappt zu riechen anfängt. Das ist kein wirklich angenehmer Geruch! Weiterhin gilt es die Batterie richtig und nicht zu lange zu laden, denn da können diese schon einmal anfangen zu kochen, was das direkte Todesurteil bedeuten kann. Deshalb  ist eine Nassbatterie nur dann sinnvoll und kann lange halten, wenn diese gepflegt wird und ein Auge auf die richtige Ladung geworfen wird. Ich selbst möchte mich aber eigentlich nicht um meine Batterie kümmern müssen.

2. Gel Batterien sind im Gegensatz zur Nassbatterie weniger anfällig, zyklenstärker und wartungsfrei. Sie vertragen eher mal eine Tiefenentladung und du musst dich nicht gleich wieder an die nächste Steckdose hängen, aus der Angst, dass deine Wohnmobilbatterie sonst das zeitliche segnen könnte. In der Gelbatterie sind Bleiblatten verbaut und das Elektrolyt wird in Gel gebunden. Gelbatterien haben etwas mehr Zyklen als AGM-Batterien und beim Laden gibt es weniger Kompatibilitätsprobleme aufgrund der etwas niedrigeren Ladekennlinie.

3. AGM Batterie (Absorbent Glas Mat) sind eine Weiterentwicklung der Gelbatterie und werden gerade im Wohnmobil immer öfters verbaut. Das Elektrolyt ist in einem Glasvlies gebunden und die Batterien sind zyklenfest und wartungsfrei. Sie lassen sich etwas schneller aufladen als Gelbatterien und kommen auch mit etwas höheren Strömen zurecht, was gerade dann ein Vorteil ist, wenn z.B. ein größerer Wechselrichter betrieben wird. AGM Batterien sind etwas kompakter als Gelbatterien, da die Bleiplatten enger beieinander liegen. Zu beachten ist jedoch, dass nicht jedes Batterieladegerät die höhere AGM-Ladekennlinie (14,6V) liefern kann. Der große Vorteil gegenüber Blei Batterien im Wohnmobil ist, dass sie eine kürzere Absorptionszeit aufweisen, daher geeigneter sind um fast ausschließlich über eine Solaranlage geladen zu werden.

4. Lithium Eisenphosphat (LiFePo4 = chem. Bezeichnung, LiPo = Abkürzung) Batterien sind das Nonplusultra unter den Versorgungsbatterien. Und bei intensiver Nutzung / auf lange Sicht sogar wirtschaftlich interessanter. Sie kommen mit hohen Ladeströmen ebenso zurecht wie mit Tiefentladung. Durch den höheren Energienutzungsgrad wird sogar weniger Solarpower auf dem Dach benötigt, was sich dort natürlich auch wieder im Gewicht widerspiegelt. Lediglich der Preis ist hier in der Anschaffung höher. LiFePo‘s sind relativ teuer und es ist nicht abzusehen, dass sie günstiger werden, da Lithium schon weniger als Zink und Kupfer vorkommt. Lithium gilt als einer der wertvollsten Rohstoffe der Welt.

Weitere Informationen zu den Batterietypen, Ladezyklen, der Lebensdauer und Kennzeichnungen findest du auch auf „campofant – Wohnmobil Batterie: Gel, AGM, Blei-Säure oder LiFePO4?„.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

BatterietypVorteileNachteile
Nassbatterie
  • Günstig
  • Bedingt für höhere Ströme
  • Schwer
  • Braucht Belüftung
  • Nicht lageunabhängig
  • Wartungsbedürftig
  • Vollladen wichtig
GEL-Batterie
  • Schwer
  • Langlebig
  • Gasdicht
  • Wartungsfrei
  • Schwer
  • Nur schwache Ströme
  • Vollladen wichtig
  • Braucht lange für 100% Vollladung
AGM-Batterie
  • Langlebiger
  • Lageunabhängig
  • Gasdicht
  • Wartungsfrei
  • Bedingt für höhere Ströme
  • Schwer
  • Spezielle Ladegeräte nötig
  • Vollladen wichtig
LiFePO4 Batterie
  • Leicht
  • Hochstromfest
  • Schnellladbar
  • Wartungsfrei
  • Extreme Lebensdauer
  • Lageunabhängig
  • Günstigster Batteriestrom
  • Muss über Wochen nicht voll aufgeladen werden
  • Volle Stromaufnahme bis 99% Ladezustand
  • Kann mit fast allen Ladegeräten geladen werden
  • Mag keine 100% Ladezustände
  • Benötigt ein BMS
  • Teuer in der Anschaffung

Ich brauche mehr Strom!

Vasco denkt sich sicherlich seinen Teil über mich :). Aber er muss ja Geld verdienen und mir meine Sorge um eine leere Batterie nehmen. Also hat er sich meinem kleinen Kastenwagen mal wieder angenommen und mir meinen Wunsch der Lithium Batterien (LiFePo4) erfüllt. Am Ende des Beitrags habe ich in einer Amazon-Liste (Affiliate Links) alle verbauten Teile aufgelistet.

Wie schon erwähnt, hatte ich mit meiner 150Ah AGM Batterie bisher Strom für 3 bis 4 Tage zu winterlichen Zeiten. Das war eindeutig zu wenig! Da ich das ganze Jahr über sehr viel Zeit in meinem Wohnmobil bzw. Kastenwagen verbringe und nicht nur bei Sonnenschein, wo mir eine Solaranlage die Batterien wieder auflädt, muss ich einfach autark genug sein und Strom zur Verfügung haben.

Am 3. Tag bricht die Spannung meiner AGM teiwleise schon auf 10,9v bis 12,1v runter und dann kam an Tag 4 oder 5 der Zeitpunkt an dem meine Verbrauche ausgestiegen sind. Der Vorteil der Lithium Batterien ist nun deutlich erkennbar. Ich spare mir über 16kg an Gewicht. Die einzelne AGM-Batterie wiegt 48kg und wird ersetzt durch die 2x 90Ah LiFePo4, mit jeweils 16kg. Gleichzeitig hält der Lithium Akku die Spannung auch bei höheren Stromentnahmen (auch über den Wechselrichter) konstant bei um die 13v.

Von der AGM kann ich maximal 50% der Kapazität nutzen, was bei 150Ah dann um die 75Ah wären. Alles über 50% ist schädlich für die Blei-Batterie und verkürzt die Lebensdauer. Bei einer Lithium-Batterie kann ich jedoch nahezu 90% der Kapazität auch tatsächlich nutzen, was in meinm Fall bedeutet, dass ich durch die 2x 90Ah Lithium in Parallelschaltung nun auch ca. 162Ah nutzen kann. Die mögliche Entnahmekapazität wurde also mehr als verdoppelt.

Die Zyklenfestigkeit ist das nächste Thema worin sich eine Lithium- von der AGM-Batterie unterscheidet.

Ein voller Zyklus ergibt sich wenn die Batterie 1x vollständig geladen wurde und bis zu ihrer vorgegebenen Speicheruntergrenze (wie erwähnt ca. 50%) entladen wurde.
Beispiel: Eine 100AH Batterie wir komplett aufgeladen und es werden 50Ah entnommen. Das ergibt dann einen Ladezyklus.

Die Zyklenfestigkeit gibt also an wie oft ich einen vollen Zyklus durchführen kann ohne das die Batterie Leistungsverluste aufzeigt. Ist eine Batterie mit 350 Ladezyklen angegeben, kann ich sie quasi 350x entladen. Nutze ich aber nur die Hälfte von einem Zyklus so kann ich diese Entladung schon 700x durchführen. Also kann man sagen: „Je flacher der Zyklus wird desto länger lebt die Batterie“.

Wenn wir also an unseren Batterien lange freude haben wollen, macht es Sinn den Zyklus nicht immer voll auszuschöpfen sondern rechtzeitig nachzuladen. Aber was soll mich das kümmern. Ich brauche Stroooooom! und will mich so wenig wie möglich um Zyklen und dem tauschen von Batterien beschäftigen. Victron gibt bei der 90Ah die Zyklenfestigkeit mit 5000 Zyklen an. Meine AGM hatte eine Zyklenfestigkeit von 1100 Zyklen laut Hersteller. Ich würde hier blind behaupten, dass die Batterien also bis zum Kauf eines neuen Wohnmobils in vielen Jahren halten werden :).

Es war also ein kalter Samstag im Februar und Vasco stand mit mir vor meinem Kastenwagen. Die größte Herausforderung war hier definitiv das sehr begrenzte Platzangebot. Bei meinem Adria Twin war die AGM, der Schaudt EBL, MPPT und ein Sicherungskästchen hinten im Heck über dem Radkasten montiert. Es musste also Platz genug für die zwei neuen Lithium Batterien, den BMV (Batteriemonitor), das BMS (Batterie Management System), den Shunt, ein Plus-Verteiler, den Votronic Ladebooster, einer Landstromsicherung + den EBL von Schaudt geben.

Das hat am Ende auch sehr gut funktioniert. Nun ist der Kasten aber voll!

Nach ganzen 8 Stunden war Vasco fertig. Mit der Arbeit und vielleicht auch mit den Nerven. Ich quatsche Vasco immer ganz schön voll mit neuen Ideen und Weltproblemen im Wohnmobil. Naja ehrlich gesagt vielleicht auch nur mit meinen Problemen :).

Heute ist Tag 2 mit dem neuen System an Board und ich bin direkt einmal nach Rotterdam gefahren. Über die Victron App, kann ich nun alles was an Strom rein und rausgeht kontrollieren und sehe zum ersten Mal auch was jedes einzelne Gerät an Strom zieht. Das nächste Update sind definitiv LED-Lampen!

Kurzum kann ich sagen, dass ich mit allem sehr zufrieden bin. Vasco hat wieder eine klasse Arbeit abgeliefert und ich habe nun weniger Angst, keinen Strom mehr zu haben.
Wie sich das Ganze im Sommer, wenn die 200Wp Solarmodule ihre Dienste aufnehmen und mit der Zeit überhaupt verhält, werde ich später nochmals ausführlich berichten. Aktuell ist das Wetter nicht so toll und in Rotterdam sind es auch nur 2 Grad bei sehr bewölktem Himmel.

Nun gibt es noch eine kurze Bildergalerie und ich wünsche wie immer frohes Campen.

Was wurde verbaut?