Im Beitrag „Wasserversorgung mit kleiner Wasserkunde" gab es bereits eine kleine Wasserkunde – mit Tipps, woher man sein Frischwasser fürs Wohnmobil bekommt und welche Gefahren im Wasser überhaupt lauern können.

Ich wollte aber einen Schritt weiter gehen und meinen Wassertank nahezu autark befüllen können – aus Brunnen und Quellen, aber auch aus Bächen, Seen oder anderen Stellen, an denen sich Wasser findet. Dass ein See neben einer Chemiefabrik eher ungeeignet ist, muss ich hoffentlich nicht extra erwähnen :).

Wichtig ist: Das Wasser muss gefiltert werden, egal ob es aus dem See, dem Bach oder einer anderen Quelle kommt. Am Ende des Schlauchs, der in den Tank geht, will ich möglichst keine Protozoen, Bakterien und Viren mehr haben. Protozoen und Bakterien bekommt man sehr gut raus. Gegen Viren gibt es leider keinen reisetauglichen Filter, der zu 100 % alles herausholt – das Problem ist schlicht, dass Viren bis zu 0,02 Mikron klein sein können. Aber auch das Leitungswasser zu Hause ist nicht zu 100 % virenfrei!

Nach einigen Tests und Überlegungen stand mein erstes Setting – so kompakt, dass es in jedem mobilen Heim Platz finden sollte.

Was benötigt wird, um beim Thema Wasser autark zu bleiben

Als Pumpe habe ich mich für eine 12-V-Tauchpumpe von Bacoeng entschieden:

Mit 14 × 14 × 24 cm ist sie nicht sehr groß, fördert aber laut Hersteller trotz 12 V und 180 Watt stattliche 98 Liter pro Minute auf über 8 m Höhe. „Laut Hersteller", wohlgemerkt: In meinem Video, das auch meinen allerersten Versuch zeigt, kam ich gerade mal auf 5,5 Liter pro Minute. Das lag am Ende aber am Spiralschlauch und an der Batterie, die ich vor dem Test nicht geladen hatte – da war ich wohl selbst etwas zu schnell :). Mit einem herkömmlichen Schlauch und voller Batterie komme ich immerhin auf rund 50 Liter pro Minute. Das ist vollkommen ausreichend, da das Set am Ende ohnehin nur 10 Liter pro Minute durch den Filter lässt. Anders als im Video dargestellt kann ich die Pumpe also mit ruhigem Gewissen weiterempfehlen.

Als Zweites brauchte ich die 12 V an der Pumpe. Das Kabel an der Pumpe ist 6 m lang und reicht eventuell bis zum Fahrzeug – dann kann ans Ende ein 12-V-Stecker für den Zigarettenanzünder. Bei Bedarf lässt sich das natürlich verlängern:

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Ich wollte aber nicht unbedingt 10–20 Meter Kabel zum Auto legen. Deshalb habe ich mich für eine kleine 20-Ah-Batterie entschieden, die eigentlich für Motorräder gedacht ist. Die stelle ich direkt ans Seeufer, neben den Brunnen oder Bach, und ziehe nur den Wasserschlauch zum Auto – oder ich halte den Schlauch kurz, befülle einen Kanister und trage den zum Wohnmobil, wie im Video zu sehen. Geladen wird die Batterie über ein Ladegerät am Wechselrichter, sobald sie annähernd leer ist. Hätte ich das nur mal vor dem Videodreh gemacht :)

An der Pumpe sitzt ein 25-mm-Schlauchanschluss. Damit ich nicht noch einen Schlauch in einer weiteren Größe mitschleppen muss, habe ich einen Wasserdieb aufgesetzt, an den ich einfach meinen Gardena-Schlauch anschließen kann. Den passenden Wasserdieb verlinke ich am Ende des Beitrags – der normale von Gardena passt nämlich leider nicht auf 25-mm-Rohre.

Das Herzstück der autarken Wasserversorgung – der Filter

Angefangen habe ich meine Tests mit dem 3-stufigen Filterset von PureOne:

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Da ich online keine Maße gefunden hatte und die Bilder ein relativ smartes System zeigten, habe ich es bestellt. Als die Sendung ankam, habe ich geschluckt :). Zusammengebaut misst das Set gut 50 × 35 × 20 cm – sehr groß. Ich wusste überhaupt nicht, wo ich diese drei Filter im Kastenwagen unterbringen soll, zumal ich das Set nach jedem Gebrauch wieder hätte auseinanderschrauben müssen. Also habe ich weitergesucht – und bin auf den Alb Filter® MOBIL Nano gestoßen.

Der ist mit 13 × 10 × 10 cm und 520 Gramm sehr handlich – und filtert obendrein besser als das PureOne-Set: Der Nano filtert bis 0,1 Mikron, womit garantiert alle Protozoen und Bakterien sowie ein guter Teil der Viren hängen bleiben. Das PureOne-Set schafft dagegen nur 0,3 Mikron. Preislich liegt der Alb Nano inklusive Gardena-Anschluss-Set etwa doppelt so hoch – das sind aber nur die einmaligen Anschaffungskosten: Der Wechselfilter ist deutlich günstiger als drei neue Filter für das PureOne-Set.

Der Alb Nano Premium Wasserfilter

  • Nano-Trinkwasserfilter inkl. Anschluss-Set für Caravan, Wohnmobil und Wohnwagen. Filtert kleinste Mikroorganismen (~99,99 %), E.-coli-Bakterien, Vibrio Cholera, Shigellen, Salmonellen uvm.
  • Komplett-Set mit Schlauch, Anschluss-Adapter und Rohrschellen-Schnellverbinder für 10-mm-Trinkwasserschläuche im Womo.
  • Sicherheit für unterwegs: schützt vor Krankheitserregern und Mikrokeimen.
  • Installation im oder am Wassertank bzw. unter der Spüle der Campingküche möglich.
  • Qualität aus Süddeutschland. Unkompliziert und schnell.

Im Video habe ich direkt den ersten Test gemacht – ganz ohne Generalprobe. Der Durchsatz der Pumpe war wie gesagt nicht wie angegeben, aber da der Alb Nano ohnehin nur 10 Liter pro Minute durchlässt, reicht es locker.

Das durch den Alb Nano gefilterte Wasser wurde sichtbar klar – und ich habe es direkt gekostet: tatsächlich gute Trinkwasserqualität, ganz ohne Nachgeschmack. Im Video erkennt man den Unterschied zwischen ungefiltert und gefiltert leider nicht so schön wie mit bloßem Auge. Über die Filterqualität kann ich mich jedenfalls überhaupt nicht beschweren: Der Filter tut genau das, was er soll.

Die Hohlfasermembran des Alb Nano filtert die allermeisten Mikroorganismen heraus – Mikroplastik, Asbestfasern, Keime, Bakterien, Legionellen, E. coli, Vibrio Cholera, Shigellen, Salmonellen und mehr. Das bestätigen auch Berichte von Nutzern, die den Alb Filter z. B. in der Wasseraufbereitung im Haus einsetzen.

Laut Hersteller – und das wäre auch meine persönliche Empfehlung – sollte der Filtereinsatz alle 6 Monate getauscht werden. Wird der Filter selten benutzt, gilt als Faustregel: tauschen, sobald der Durchfluss von 10 Litern pro Minute nicht mehr erreicht wird – dann ist der Filter schlicht zugesetzt.

Was mir auf Anhieb gefällt: das hochwertige Edelstahlgehäuse, Made in Germany. Und das insgesamt kleine, smarte System ist es auf jeden Fall wert, mitgeführt zu werden. Über die Pumpe lässt sich streiten – da schaue ich mich sporadisch nach Alternativen um –, aber soweit funktioniert das Vorhaben super, wie im Video zu sehen.

Damit bin ich meiner Autarkie wieder ein Stück näher: Dank Solar, Lithium und jetzt dem Alb Nano fehlt es mir an nichts mehr. Es sei denn, jemand hat eine Idee, wie ich am einfachsten nach Gas bohren kann :). Gerade im Ausland, wo die Wasserqualität ohnehin schwankt, ist der Alb Nano eine sinnvolle Anschaffung – er lässt sich natürlich auch einfach zwischen den Wasserhahn am Campingplatz und den Tank hängen, als zusätzliche Filterstufe.

Ich hoffe, ich konnte den ein oder anderen wieder etwas inspirieren, und wünsche wie immer ein fröhliches und schönes Campen!

Das komplette Material auf einen Blick