Im Juli geht es auf eine größere Reise: über Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina und Montenegro nach Albanien – und über Italien zurück.

Ich bin nicht unbedingt derjenige, der sich ständig Sorgen um die Sicherheit macht und sich alle möglichen Szenarien ausdenkt. Es gibt ja durchaus YouTuber und Blogger, die in jedem Reisevideo erklären, wie sie sich und ihr Wohnmobil schützen. Ich persönlich hätte keinen Spaß mehr am Reisen, wenn sich alles nur um Sicherheit drehen würde und ich gefühlt 20 Schlösser kontrollieren und 50 kg Sicherheitstechnik durch die Gegend fahren müsste.

Nichtsdestotrotz finde ich ein Mindestmaß an Schutz gegen das Aufhebeln der Türen sinnvoll – ganz ohne Vorurteile gegenüber den Reiseländern, denn auch in Deutschland passiert so etwas öfter, als man denkt. Ich habe mich für die Thule Cab Lock x2 (Fahrerhaustüren) und Thule Van Lock x2 (Schiebe- und Hecktür) entschieden und hoffe vor allem auf ihre abschreckende Wirkung.

Die bekannteste Alternative kommt von HEOSolution: der HEOSafe für die Fronttüren und die Van Security für Schiebe- und Hecktür. Qualitativ nehmen sich beide Hersteller nichts. Interessant übrigens: Schaut man genauer hin, produziert Thule die Schlösser gar nicht selbst – es sind Produkte der englischen Firma Milenco mit Thule-Aufkleber. Milenco ist im Caravaning-Bereich seit Jahren etabliert, die Produkte gelten als zuverlässig und hochwertig.

Das Video zu den Produkten

Thule Cab Lock x2

Die zwei Cab-Lock-Riegel haben mich 94,95 Euro gekostet. Der Cab Lock wird jeweils innen an der Fahrerhaustür des Fiat Ducato oder anderer Transporter angebracht; laut Thule passen sie auch bei Mercedes und Co.

Thule Cab Lock x2 montiert an der Fahrerhaustür des Fiat Ducato

Im Lieferumfang sind pro Tür fünf Schrauben, eine Gummimatte als Bohrschablone und der Griff samt Schloss enthalten, dazu insgesamt drei Schlüssel.

Achtung bei der Einbauanleitung: Thule gibt einen Abstand von 1 cm zur Türkante an – das ist beim Ducato schlicht falsch. Wegen der Gummidichtung am Einstieg braucht man mindestens 2 cm, sonst stößt der Cab Lock beim Schließen direkt auf den Dichtungsgummi und die Tür geht nicht mehr zu. Mehr Platz Richtung Fenster ist dann aber auch nicht – also genau messen. Ob das bei neueren Ducatos genauso ist, kann ich nicht sagen.

Mit der kleinen Gummimatte habe ich die vier Bohrlöcher angezeichnet und mit einem 5-mm-Bohrer gebohrt. Der Rest ist simpel: Abstandsblock mit den vier Schrauben befestigen, Gummistöpsel auf die Löcher stecken.

Bohrlöcher für den Thule Cab Lock mit der Gummimatte als Schablone angezeichnet

Den Schlossgriff befestigt man mit einer einzelnen Schraube. Was habe ich geschwitzt, als die mir beim Anziehen abgebrochen ist! Das hätte Thule ruhig erwähnen können: Die Schraube hat eine Sollbruchstelle, die in der einseitigen Anleitung mit keinem Wort erwähnt wird. Man zieht sie also planmäßig so fest, bis sie abbricht – ab dann gibt es kein Zurück mehr, denn das Schloss lässt sich anschließend nicht mehr zerstörungsfrei entfernen. Das ist Absicht: Ein Einbrecher kann den Griff so auch nicht einfach abschrauben. Wer ihn doch mal demontieren muss, dem bleibt nur Aufbohren oder die Flex.

Der Schlossgriff des Thule Cab Lock mit der Abreißschraube

Deshalb: unbedingt vorher genau messen – es werden schließlich Löcher ins Blech gebohrt, und nach der Griffmontage ist nichts mehr zu korrigieren!

Sind beide Seiten montiert, funktioniert es so: Schloss aufschließen, sodass der Zylinder herausspringt, Bügel umlegen, Schloss wieder hineindrücken. Selbst wenn jetzt jemand das Türschloss knackt oder die Zentralverriegelung überwindet, bleibt die Tür mechanisch verriegelt. Ob das roher Gewalt standhält, kann ich nicht beurteilen – aber ich fühle mich spürbar sicherer und denke, dass ein Einbrecher im besten Fall ablässt, sobald er merkt, dass der Einstieg deutlich mehr Zeit kostet als geplant.

Thule Van Lock x2

Der Van Lock schützt zusätzlich zum normalen Schloss die Schiebetür und die Hecktür – also genau die Türen, die beim Kastenwagen oft nur über die Zentralverriegelung gesichert sind. Ich habe für 143,21 Euro das Doppelset gekauft, aus einem einfachen Grund: Beim Set sperrt ein Schlüssel beide Schlösser, und ich muss nicht zwei verschiedene Schlüssel mitschleppen.

Die Installation ähnelt dem Cab Lock. Diesmal liegt pro Van Lock ein Aufkleber mit vorgezeichneten Bohrlöchern bei. Wichtig: Das Fahrzeug muss gerade stehen, und der Aufkleber muss exakt gerade und mittig über dem Türspalt sitzen.

Bohrschablone (Aufkleber) für den Thule Van Lock mittig über dem Türspalt

Ich habe den Aufkleber zusätzlich in der Mitte markiert, um ihn sauber über dem Spalt auszurichten. Dann heißt es: acht Löcher mit dem 5-mm-Bohrer bohren, die Abstandshalter auf die beiliegenden Schutzgummis setzen und festschrauben. Erst wenn wirklich beide Teile richtig sitzen, wird der eigentliche Lock – also der Schieber – über die beiden Abstandshalter geschoben.

Hier gibt es zwar keine Abreißschraube wie beim Cab Lock, dafür aber zwei Nippel, die den Schieber unlösbar festhalten: Einmal draufgeschoben, bekommt man ihn ohne Flex nicht mehr ab. Auch dieser Hinweis fehlt in der einseitigen Anleitung komplett – also Vorsicht beim Zusammenbau.

Fertig montierter Thule Van Lock an der Hecktür des Kastenwagens

Damit sind jetzt auch Heck- und Schiebetür gesichert. Zu den Fenstern auf beiden Seiten plane ich einen eigenen Beitrag – da bin ich noch in der Findungsphase und tüftle an einer smarten Lösung.

Hier nochmals die Links zu den Produkten