Die größte Schwachstelle für kalte Zugluft und Wärmeverlust im Winter sind beim Fiat Ducato – und seinen Verwandten Peugeot Boxer und Citroën Jumper – die Schiebetür und die beiden Hecktüren.

Trotz neuer Dichtungsgummis dichten diese Türen einfach nicht richtig ab. Der originale Dichtungsgummi von Fiat ist schlicht zu weich und liegt nur ganz leicht an der jeweiligen Tür an. Ich habe zuerst versucht, das Problem über das Neueinstellen der Schiebetür zu beheben – leider ohne Erfolg. Selbst ein neues Set Laufrollen für die Schiebetür, ab Werk optimal auf das Fahrzeug ausgerichtet, brachte keine Besserung.

Weiche Originaldichtung am Fiat Ducato: Die Dichtung lässt sich leicht wegdrücken, Tageslicht scheint durch

Stellt man sich in den Kastenwagen und drückt leicht gegen die Dichtung, sieht man schnell Tageslicht durchscheinen – so wenig liegt der Gummi an der Schiebetür an. An kalten Tagen bedeutet das Wärmeverlust und unangenehme Zugluft. Das Problem ist allbekannt, und oft wird versucht, es mit einem Zugluftstopper in Form einer langen Stoffschlange zu lösen. Zielführend ist das nicht: Die Stoffschlange deckt nur ein paar Zentimeter an der Unterseite des Einstiegs ab, während die restliche Türumrandung weiter undicht bleibt.

Wirklich Abhilfe schafft ein zusätzliches Dichtungsband mit einer Komprimierbarkeit von gut 50 %.

Das Dichtungsband mit den Maßen 12 × 6 mm gibt es für wenig Geld bei Amazon oder in jedem gut sortierten Baumarkt. Das hier verlinkte Band ist selbstklebend, haftet wirklich wie nichts anderes und passt mit seinen Maßen optimal auf die Schiebe- und Hecktüren des Campervans. Vor dem Aufkleben lohnt es sich, die Klebeflächen kurz mit Silikonentferner oder Bremsenreiniger zu entfetten – dann hält das Band auch dauerhaft.

Selbstklebendes Dichtungsband an der Schiebetür des Fiat Ducato angebracht

Ich habe das Dichtungsband gegenüberliegend zum originalen Dichtungsgummi an der Schiebetür angebracht. Bei geschlossener Tür fällt das zusätzliche Band überhaupt nicht auf: Durch die Kompression legt es sich sauber in den weichen Originalgummi hinein. Nach der Anbringung ist es nicht mehr möglich, die Dichtung wie auf dem ersten Bild einfach wegzudrücken.

Die abgedichtete Schiebetür: Das Dichtungsband drückt sich in den Originalgummi

Das Gleiche wiederholt man an den beiden Hecktüren. Hier wird das Band allerdings nicht wie bei der Schiebetür komplett herumgeführt, sondern nur an der oberen Türkante, zur Fahrzeugaußenseite hin und zusätzlich am Einstieg kurz über dem Trittbrett angebracht. In der Türmitte sitzt – zumindest bei mir – ein gutes Stück Schaumstoff, das dort bereits für Dichtigkeit sorgt.

Die beiden Fahrerhaustüren sind ab Werk gut abgedichtet. Wer sie trotzdem zusätzlich abdichten möchte, sollte zu einem dünneren Band mit 2 bis 3 mm Stärke greifen: Die hier verwendeten 6 mm sind dafür zu dick – die Türen schließen dann nicht mehr richtig und stehen etwas nach außen ab.

Was bringt das Abdichten?

Nach dem Abdichten ist an diesen Stellen Schluss mit Zugluft und entweichender Warmluft. Ein angenehmer Nebeneffekt: Die Heizung muss deutlich weniger nachheizen, was spürbar Diesel oder Gas spart.

Ein wichtiger Hinweis dazu: Ganz „luftdicht“ soll ein Wohnmobil gar nicht sein. Eine gewisse Zwangsbelüftung braucht es, um Feuchtigkeit und Schimmelbildung vorzubeugen. Bei manchen Fahrzeugen sitzt sie im Bad oder im Dachfenster; andere schwören schlicht auf ordentliches Stoßlüften am Morgen. Beim Abdichten der Türen bleiben die vorgesehenen Lüftungsöffnungen unangetastet – es geht nur um die ungewollten Ritzen.

Für kalte Tage ebenso wichtig ist die allgemeine Isolierung der Türen beim Kastenwagen. Welche Möglichkeiten es da gibt – Stichwort Armaflex und Co. – erkläre ich demnächst in einem eigenen Beitrag.

Frohes Abdichten und allzeit gute Fahrt!