Fester Gastank im Wohnmobil Flaschenkasten

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Hier ist nun mein erster Beitrag. Ich bin mit meinem Adria Twin 600 SP Baujahr 2009 auf Ducato-Basis aktuell vorwiegend beruflich unterwegs.

Da ich autark stehe und das meistens abseits jeglicher Campingplätze, ist es für mich wichtig, dass ich halbwegs wenig Stress habe :).

Gestartet bin ich mit zwei 11kg Gasflaschen, die ich klassisch in einem Baumarkt erworben habe. Doch gerade in der Winterzeit und lediglich einer Truma Monocontrol, ist es doch immer unschön, wenn plötzlich in der Nacht eine Gasflasche leer wird und man dann raus in die Kälte muss, um die Flasche zu tauschen.

Wenn dann beide leer sind, geht die Suche nach einem Baumarkt oder einer anderen Tauschstelle los. Gerade in NRW, wo ich aktuell schon seit über drei Monate stehe, gibt es keinen OBI und das Bauhaus, will meine Flaschen nicht tauschen.
Also bleibt mir nur der Weg von 20km (einfach) um zu einem Fritz-Berger zu gelangen. Das kann es auf Dauer nicht sein dachte ich mir.

Wenn das schon in Deutschland nicht gewährleistet ist, das ich schnell und einfach an Gas komme, dann wird es im Urlaub im Ausland auch nicht merklich besser. Vielleicht aber stelle ich mich auch einfach etwas dämlich an :).

Also kam ich auf die Idee mir einen festen Gastank in den Flaschenkasten einbauen zu lassen, um anschließend auf die LPG-Zapfsäulen an den Tankstellen zugreifen zu können.

Da ich Vasco von der Fa. Vasocs Campervan & Wohnmobilservice schon von einem früheren Service an meiner Solaranlage kannte und wusste, das er schon mehrfach solche Gasanlagen verbaut hatte, war die Wahl nach einem Dienstleister nicht schwer.

Vasco bei der Arbeit

Vasco habe ich durch meine Anfängerfragen auf Facebook kennengelernt und war froh, das er sich mir meiner Fragen angenommen hatte. Egal ob über Facebook oder vor Ort, der Service war und ist spitze!

Ich habe die Maße von dem Kasten durchgegeben, womit die Tankgröße ermittelt werden konnte.

Also einen Termin vereinbart und schon gehts los.

Der Kasten wird leer geräumt und schon fing Vasco an. Manchmal verstehe ich nur Bahnhof, wenn er mir etwas erklärt, aber am Ende lernt man doch noch etwas dazu.

Der leere Flaschenkasten

Was soll ich sagen. Vasco wusste was er da tut

Gastank befestigt, das Loch für die Außenbefüllung ins Blech gebohrt, alles angeschraubt, die externe Füllanzeige neben das bestehende Kontrollpanel verbaut und fertig.
Gerade bei dem Loch im Blech hatte ich etwas Angst, aber der kleine Füllanschluss fällt auch wirklich kaum auf.

Wir waren dann endlich fertig und haben uns für den nächsten Tag zu dem TÜV-Termin verabredet. Dort dann angekommen, ging alles relativ schnell. Alles sitzt, kein Gas tritt aus und der Aufkleber vom TÜV war entsprechend schnell aufgeklebt.

Gekostet hat mich der Spaß inkl. Material und Dienstleistung 1300 Euro + 126 Euro für die TÜV Eintragung und Gasprüfung nach G607 (Flüssiggasanlagen in Freizeitfahrzeugen und Wohneinheiten).

Mir ist bewusst, dass ich die Kosten rein finanziell gesehen nicht reinholen kann.
Es ging mirs in erster Linie jedoch um den Komfort und um den Mehrwert, dass ich im In- und Ausland dank der LPG-Adapter einfach an die Tankstelle fahre und mein Gas bekomme. Das Suchen und Schleppen von Gas entfällt somit komplett.

Nun, nach 4 Wochen im Einsatz bei Temperaturen um die 0 Grad, bin ich mehr als zufrieden. Die Heizung läuft 24 Stunden am Tag auf ca. 18-20 Grad. Den Absorberkühlschrank habe ich auf kleinster Stufe und kochen tue ich eigentlich nicht. Etwas warmes Wasser für den Kaffee fällt da nicht ins Gewicht. Im groben hält eine Gastankfüllung ca. 5-6 Tage.

Ich muss keine Gasflaschen mehr tauschen und spare noch Geld

In den Gastank passt minimal weniger als in die zwei vorherigen 11kg Gasflaschen. Das ist für mich Okay.

44 Liter LPG sind ca. 22,44 Kg (1l LPG = 0,51kg) und 2x 11kg Gasflaschen entsprechen 40,8 Liter Gas.
Da der Gastank einen Füllstop bei 80% hat, passen dort auch nur ca. 35,2 Liter also 17,95kg rein.

Eine Füllung kostet mich bei einem Literpreis von 60 Cent also 21,12 Euro.
Zuletzt hatte ich eine einzelne 11kg Flasche für 17 Euro befüllen bzw. tauschen lassen.

Das das LPG an der Tankstelle also deutlich günstiger ist, als das reine Propangas aus dem Baumarkt, liegt auf der Hand.

Ein weiterer Vorteil ist, dass ich LPG tanken kann wann ich möchte. Bei einer Gasflasche ist das nicht der Fall. Diese ist z.B. noch zu 20% befüllt, ich möchte aber losfahren und weiß, dass ich dann am zweiten Tag schon die Flasche tauschen muss. Da beginnt die schlechte Laune ja schon im Vorfeld :)

Alternativ tausche ich diese im Voraus und verschenke die 20% Füllung.

Habe ich Probleme im Winter?

LPG besteht meistens aus einem Gemisch aus Propan- und Butangas, das zwischen Sommer und Winter jedoch schwankt. Im Sommer sind es 60% Butan und 40% Propan und im Winter genau umgekehrt.

Der Siedepunkt der beiden Gase unterscheidet sich stark.
Reines Butan vergast bei Temperaturen unter -0,5 Grad nicht mehr und kann dann nicht mehr zum Heizen und Kochen genutzt werden. Propan dagegen bleibt bis ca. -47Grad Gasförmig. Sollte es so weit sein, dass solche Temperaturen herrschen, weiß ich jetzt schon, dass ich dann nicht im Camper sein werde :).

Da der Gastank jedoch im Fahrzeuginneren und auch neben der Heizung liegt, habe ich das Problem mit der Temperatur nicht und muss mir daher auch keinerlei Sorgen machen, das der Butananteil nicht vergast.

Für Tanks außerhalb dem Fahrzeug gäbe es aber spezielle Heizmatten.

Das war es auch schon. Hier noch ein paar wenige Bilder von dem super kalten Tag, an denen der Tank eingebaut wurde.

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